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Was wir sahen und hörten

 

 

Wir saßen in unseren Schlafanzügen auf dem Sofa, lasen eine Geschichte und knabberten Goldfisch-Crackers. „Das war eine großartige Geschichte von Jesus, oder? Wir lieben Jesus!“, freute ich mich vor meinem Enkelsohn als ich die Kinderbibel auf den Couchtisch legte.

Plötzlich hob der kleine, zwischen meinem Mann und mir sitzende, Evangelist die Arme zum Himmel und begann das Evangelium zu verkünden: „Jesus ist der Sohn Gottes. Er kam vom Himmel auf die Erde. Er lebte ein perfektes Leben. Er starb am Kreuz, um für unsere Sünde zu bezahlen. Er ist von den Toten auferstanden. Er ist jetzt im Himmel und bereitet dort einen Platz für uns vor.“

Wir waren begeistert und hatten Tränen in den Augen, als er die Worte vortrug. Ich wünschte, ich könnte mir den Verdienst zuschreiben, dem kleinen Mann beigebracht zu haben, der Welt von Jesus zu erzählen. Diesbezüglich gebührt der ganze Ruhm jedoch seiner Tagesmutter. Nachdem wir ihn ins Bett gebracht hatten, saßen mein Mann und ich wieder auf dem Sofa und fühlten uns ein bisschen verurteilt. Ein Fünfjähriger hat das Evangelium soeben wirkungsvoller verkündet als die für ihn verantwortlichen Erwachsenen. Er hatte nicht um Worte gerungen oder gefürchtet, was wir denken könnten. Er hat uns einfach wissen lassen, wer Jesus war und was Er erreichte.

Ich glaube, dass ich mir das Verkünden des Evangeliums manchmal schwerer mache, als es eigentlich ist. Ich habe kein Problem damit, mein Handy in die Hand zu nehmen, die Späße meines Enkels zu filmen und dann allen, die sich bereiterklären zuzuhören, zu erzählen, was ich an dem Kleinen liebe. Es fällt mir jedoch schwer, meinen Glauben mit der gleichen Freiheit zu teilen.

Ich möchte ein Jesus hingegebenes Leben führen und ein echtes Glaubenszeugnis hinterlassen. Ich möchte nicht mit Bedauern zurückblicken und mir wünschen, ich hätte das, was ich auf dem Herzen habe, bloß weitergegeben. Mein Herz gehört Jesus und mein Erlöser hat den Tod überwunden, um mich zu retten. Ich möchte ganz für Ihn leben und meine Lippen dazu gebrauchen, Seinen Namen zu verkünden. Ich bin hier, um den in der Dunkelheit verlorenen Menschen zu bezeugen, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass ich nicht die richtige Person bin, um das Evangelium weiterzugeben. Ich könnte das Falsche sagen oder nicht alle richtigen Antworten über Themen der Bibel haben. Ich bin keine Predigerin oder Theologin. Warum sollte Gott mich als Seine Zeugin auswählen?

Als ich heute Morgen meine Bibel aufschlug und Johannes 20 las, legte Gott mir den Gedanken aufs Herz, wie Er Menschen wie mich zur Verkündigung Seiner Botschaft benutzt. Wir alle sind dazu berufen, weiterzugeben, was wir gesehen und gehört haben. Der auferstandene Jesus hätte den Schriftgelehrten im Tempel erscheinen können, aber das tat Er nicht. Gott entschied sich, das größte Wunder der Geschichte einer Frau zu offenbaren, deren Herz voller Liebe zu Christus war. Jesus hatte sie einst in den Fängen des Feindes gefangen gesehen und sie aus der Knechtschaft befreit (Lukas 8,2). Obwohl Maria Magdalena dachte, ihr Erlöser sei am Kreuz gestorben, verfolgte sie Ihn weiter.  Sie kam zum Grab mit einem Herzen, das zum Dienen bereit war, obwohl alle anderen um sie herum in Angst geflohen waren. Ihre Liebe zu Jesus gab ihr den Mut, das zu tun, was nötig war.

Warum suchte Gott Maria als erste Zeugin aus? Gott sah ihr offenes und williges Herz. Dieselbe Frau, die weinend vor dem leeren Grab stand, würde nun vor Freude hüpfen und zu den Jüngern laufen, um ihnen zu berichten: „Ich habe den Herrn gesehen!“

Wenn du bereit bist, Jesus zu dienen, wird Er dich gebrauchen. Geh und erzähl Seine gute Nachricht jedem, der zuhören möchte.

Lyli