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Weißer als Schnee

 

Mein Mann und ich wechseln uns ab, unserer Tochter jeden Abend vor dem Schlafengehen eine kurze Andacht aus einem ihrer vielen kindgerechten Bibel-Kinderbücher im Regal vorzulesen. Über die Jahre sind die Geschichten komplexer geworden, die Themen relevanter für ihre aktuelle Lebensphase als Neunjährige, und ich stellte fest, dass die Anwendung der täglichen Bibelstelle zu ihrem Grundschulalltag genauso passte wie zu meinen Vollzeit-Dienst.

Als ich in unserem aktuellen Buch zu der Andacht für diesen Abend umblätterte, zögerte ich. „Doch wenn wir ihm unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns vergibt und uns von allem Bösen reinigt.“ (1. Joh. 1,9). Sünde. Bekennen. Umkehren. Vergebung. Ich wollte verzweifelt zur nächsten Seite umblättern, um eine einfachere Andacht zu lesen, darüber, wie wir mit dem Leben umgehen, wenn es nicht fair ist oder wie wir unsere Freunde ermutigen können. Ich war mir nicht sicher, ob ich mit meiner kleinen Tochter über Sünde reden wollte.

Vielleicht geht es dir genauso, wenn sich Themen im Glauben unbequem anfühlen. Es ist einfacher, Gnade, Ermutigung oder Nächstenliebe zu erklären, als über Sünde zu reden. Es ist bequemer, Beispiele anzuführen, wie wir diese Dinge gut machen können, und spaßiger, sich kreative Wege zu überlegen, die Menschen in unserem Leben zu ermutigen. Auf der anderen Seite, wenn wir über Sünde reden, müssen wir bekennen, dass wir alle Sünder sind, die einen Retter brauchen – und das kann ein sehr unbequemes Eingeständnis sein. Es bedeutet, dass wir nichts alleine tun können, dass wir Schwächen haben und dass wir Wiederherstellung brauchen.

 

 

Davids Gebet in Psalm 51 für Wiederherstellung ist eine Anleitung, die uns zeigt, wie wir vor Gott kommen können mit einem Herz, das bereit ist, die volle Vergebung zu bekommen, die Er verspricht. David fängt damit an, die Charaktereigenschaften Gottes aufzuzählen (treue Liebe, großes Mitgefühl) und bekennt anschließend seine Sünde. Im Vorwort des Psalms heißt es, dass David diesen Psalm verfasste, nachdem Nathan ihn mit seiner Affäre mit Betseba konfrontiert hatte. David wird als ein „Mann nach Gottes Herzen“ (1. Sam. 13) beschrieben, nicht weil er perfekt war, sondern weil er nach jedem seiner Fehler zu Gott umkehrte.

Bevor wir uns in die Freude und Fröhlichkeit über Gottes Wiederherstellung begeben können, müssen wir unsere Herzen und Hände von den sündhaften Teilen unseres Lebens befreien, damit wir Raum schaffen können für das, was Gott tun muss. Gott weiß bereits, was wir getan haben, Er weiß, welche Sünden wir in Zukunft begehen werden, und trotzdem erwählt Er uns. Er nennt uns Seine Töchter und er schafft einen Weg, unsere Beziehungen wiederherzustellen, wenn wir unsere Sünden bekennen und Ihn mit demütigen Herzen darum bitten, unsere Sünden wegzuwaschen.

David geht noch einen Schritt weiter und bittet Gott nicht nur darum, ihn von seinen Sünden zu reinigen, sondern auch „ein reines Herz“ in ihm zu erschaffen, ihm „einen neuen, aufrichtigen Geist“ zu geben und ihn bereit zu machen, ihm zu gehorchen. (V. 12, 14). Was für eine wundervolle Erinnerung daran, dass Gott uns alles schenkt, was wir brauchen, um völlig im Reichtum Seiner Wiederherstellung zu leben, sofern wir demütig genug sind, unsere Sünden zu bekennen und Ihn um Hilfe zu bitten.

Meiner Tochter Fragen zu Sündenbekenntnis und Umkehr zu beantworten, bedeutete für mich, bereit zu sein, ihr zu erklären, dass ich weit davon entfernt bin, perfekt zu sein. Jede meiner Sünden – ob groß oder klein – war ziemlich präsent. Doch es war ein ebenso wunderschöner Moment, ihr zu eröffnen, dass Gott keine Perfektion erwartet, sondern Gehorsam. In unserem Gehorsam, wenn wir unsere Sünden im Gebet bekennen, wird Er uns reinigen und den Makel unserer Sünde entfernen, sodass wir wiederhergestellt und „weißer als Schnee“ (V. 9) werden können.

Crystal