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Der Eckstein

Habt ihr das nicht schon einmal in der Schrift gelesen? `Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist das Werk des Herrn, und es ist wunderbar anzusehen.´

Wurden dir schon einmal komische Fragen hinsichtlich deines Glaubens gestellt? Oder haben Menschen dich zu Fragen provoziert, um dich hereinzulegen? Beides ist unangenehm. Und doch können wir solche Situationen nutzen, über Jesus zu sprechen.

Markus 11 beschreibt den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem und Seine Tempelreinigung. Aber das Kapitel endet damit, dass die Priester und Schriftgelehrten Jesus wütend herausfordern, indem sie Ihn fragen, in wessen Vollmacht Er handle. Sie suchten schon nach einem Weg, wie sie Ihn töten könnten (Mk 3,6 und 11,18). Jesus antwortet mit einer Gegenfrage: „Geschah die Taufe des Johannes im Auftrag Gottes oder war es nur die Tat eines Menschen?“ (Mk 11,30) Weil sie darauf nicht antworten konnten, beantwortete Jesus auch nicht ihre Frage.

Das ist der Ausgangspunkt von Markus 12. Es hatte sich eine Menschenmenge versammelt, und Jesus erzählt das schockierende Gleichnis von den betrügerischen Weinbauern. Der Weinberg ist ein im Alten Testament häufig verwendetes Bild für Israel (Ps 80,9; Jes 5,1-7; Jer 2,21; Hos 10,1). In unserem Gleichnis…

  • ist Gott der Eigentümer des Weinbergs.
  • sind die geistlichen Führer die Pächter bzw. Weinbauern, deren Aufgabe die Pflege der Reben ist, damit sie Frucht bringen. Aber sie waren selbstsüchtig geworden.
  • stehen die Knechte bzw. Boten für die Propheten, die Gott sandte, um zu holen, was rechtmäßig Gott gehörte. Die Misshandlung und Tötung der Knechte erinnert, wie die Propheten und ihre Botschaften abgelehnt wurden.
  • Ist Jesus der Sohn des Eigentümers.

Jesus sprach direkt in die aktuelle Situation hinein, in der Priester und Schriftgelehrte Seinen Tod planten. Er weiß, was vor Ihm liegt (siehe Mk 8,31; 9,31 und 10,33-34). Das Gleichnis ist der Appell an die geistlichen Anführer, sich die Fakten anzusehen, dass Jesus der verheißene Messias ist, und Gott zu geben, was Ihm gebührt: ihre Anbetung aus ganzem Herzen.

Die Religionsführer verstanden zwar das Gleichnis, verwarfen Jesus aber. So ignorierten sie die Warnung am Ende des Gleichnisses, wo der Eigentümer die grausamen Weinbauern zerstörte und seinen Weinberg einem neuen Pächter gab. Jesus ist der verworfene Stein, abgelehnt von denen, die Er zu retten gekommen war. Und doch wurde Er zum Eckstein!

Auch Petrus zitiert diese Worte in Apostelgeschichte 4,11-12, als er zu den jüdischen Religionsführern spricht: „Denn Jesus ist `der Stein, den ihr Bauleute verworfen habt, der nun zum Eckstein geworden ist.´ In ihm allein gibt es Erlösung! Im ganzen Himmel gibt es keinen anderen Namen, den die Menschen anrufen können, um errettet zu werden.“

Markus schreibt, die führenden Männer des jüdischen Volkes gingen fort, um zu überlegen, wie sie Jesus verhaften könnten. Der Rest des Abschnittes beschreibt ihr Vorgehen. „Danach schickten sie einige Pharisäer und Anhänger des Herodes zu Jesus. Sie hofften, Jesus mit seinen eigenen Worten in eine Falle locken zu können, damit sie ihn verhaften konnten“ (Mk 12,13). Die Pharisäer waren gegen die Römische Herrschaft, während die Anhänger des Herodes die Autorität der Römer unterstützten. Jesus antwortete ihnen, „gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und gebt Gott, was Gott gehört.“ Diese Antwort überraschte sie, und sie wussten nicht, was sie erwidern sollten. Und doch hatte Jesus sie wieder aufgefordert, Gott zu geben, was Ihm rechtmäßig gehört.

Als nächstes kamen die wohlhabenden Sadduzäer, die am Tempel Handel betrieben und nicht an die Auferstehung glaubten (Apg 23,8). In dem Versuch zu beweisen, dass Auferstehung ein unglaubwürdiges Prinzip ist, versuchen sie Jesus aufs Glatteis zu führen. Der verweist auf die Bibel, wo steht, dass Abraham, Isaak und Jakob zu Moses Zeit lebendig waren. Und wie kann das ohne Auferstehung möglich sein? Jesus stellt ihre Kenntnis der Schrift auf die Probe und prüft ihre Meinung über die Macht Gottes. Ewigkeit meint nicht, dass dieses Leben ewig weitergeht (ihre Perspektive ist zu begrenzt), sondern es ist ein völlig anderes Leben.

Das ist auch für uns nicht leicht vorzustellen. Es ist so leicht, sich in die Irre führen zu lassen, wenn wir uns nicht die Zeit nehmen, Gott durch die Bibel wirklich kennenzulernen. Und wir sind gefordert, uns selbst Gedanken über die Ewigkeit zu machen. Ist unsere Perspektive auf die Ewigkeit bei Gott zu klein?

Die Religionsführer hätten sich über die Erfüllung der messianischen Prophetien in Jesus freuen sollen. Manche folgten Ihm ja auch nach, aber viele lehnten Ihn ab und planten Seinen Tod. Das hinderte Gott jedoch nicht daran, Ihn zu verherrlichen und Seine Kirche zu gründen. „Deshalb seid ihr nicht länger Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern ihr gehört zu den Gläubigen, zu Gottes Familie. Wir sind sein Haus, das auf dem Fundament der Apostel und Propheten erbaut ist mit Christus Jesus selbst als Eckstein“ (Epheser 2,19-20).

Wir, die Kirche, sind auf Christus errichtet, Er ist unser Eckstein. Trotzdem müssen wir darauf achten, der Versuchung nicht zu erliegen, uns selbst und nicht Gott zu dienen. Geben wir Ihm, was rechtmäßig Seins ist? Während wir Christus als den einzigen Weg zu ewigem Leben bei Gott hochhalten, werden Ihn immer welche ablehnen, und uns, Seine Botschafter. Und doch werden einige Teil des königlichen Haushalts werden – was für ein herrlicher Tag das sein wird!

Julie